You are here

Share page with AddThis

Aktuelles im Frühjahr 2020

Feldbau
11.03.2020
gelbfalle_raps740x470.jpg

Rückblickend auf die vergangenen Wintermonate lässt sich feststellen, dass es im Unterland kaum je richtig winterliche Temperaturen gab. Gemäss Meteoschweiz erlebten wir einer der mildesten Winter in der Schweiz seit Messbeginn. Daher ist die Vegetation bereits sehr fortgeschritten und die Felder müssen kontrolliert werden. 

Insbesondere im Februar lag die Tagesmitteltemperatur fast den ganzen Monat lang deutlich über der Norm. Dazu kamen noch mehrere orkanartige Stürme, die über die Schweiz hinwegzogen und lokal Schäden verursachten. Auch kam es kaum je einmal zu einem richtigen Bodenfrost der obersten Bodenschichten. Bedingt durch diesen überaus milden Winter erleben wir nun einen sehr frühen Vegetationsstart dieses Jahr. Bereits anfangs Februar begann vielerorts die Blüte der Haselsträucher und Weiden.

capture444.jpg

Grafik: Daten von der Wetterstation in Dielsdorf (ZH) für den Monat Februar 2020

 

 

Getreide, Unkrautbekämpfung

Auf den Wintergetreidefeldern befinden sich die Unkräuter bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium. Wurde im Herbst noch keine Unkrautbekämpfung vorgenommen, sei es wegen Spätsaaten oder ungünstigen Wetterbedingungen, so wäre jetzt bereits eine Unkrautbehandlung angezeigt. Da es aber momentan vielerorts sehr nass ist können die Felder noch nicht befahren werden; sobald dies möglich wird, sollten die Behandlungen unbedingt erfolgen. Das Getreide ist jetzt am Bestocken.

Für Weizen, Roggen und Triticale empfehlen wir 1-1,2 l/ha Archipel einzusetzen. Spritzung bis Beginn Schossen möglich.

Für Gerste eignet sich die Mischung 1 l/ha Axial One + 1,5 l/ha Mondera. Damit wird ein sehr breites Unkrautspektrum abgedeckt. Die Mischung ist bis Ende Bestockung der Gerste (BBCH 29) einsetzbar.

 

Raps - Strategie gegen den Rapsstängelrüssler

Auch die Rapsfelder präsentieren sich schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium. Die Pflanzen sind manchenorts bereits gegen 40cm hoch. In den ausgelegten Gelbfallen auf dem Versuchsfeldern hier in Dielsdorf sind überdurchschnittlich viele Rüsselkäfer eingeflogen. So sind über das letzte Wochenende im Februar innerhalb von 3 Tagen 475 Gefleckte Kohltriebrüssler und 24 Grosse Stängelrüssler gezählt worden. Gemäss Joel Meier handelt es sich dabei um einen überaus massiven Einflug in so kurzer Zeit. Der Reifungsfrass des Grossen Stängelrüsslers dauert ca. 2 Wochen. Anschliessend bohrt das Weibchen den Haupttrieb der Rapspflanzen an und beginnt mit der Eiablage. Entscheidend für die Bekämpfung sind diese Einstichstellen.

Sobald erste Pflanzen mit Einstichstellen sichtbar sind, ist eine Spritzung mit einem Insektizid angezeigt. Wir empfehlen 0,1 l/ha Karate Zeon einzusetzen. Gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) kann 0,5 l/ha Toprex dazugegeben werden. Damit wird gleichzeitig eine Verkürzung der Pflanzen erreicht. Angesichts des frühen, starken Wachstums der Pflanzen (Schossen) ist eine Verkürzung zur Erhöhung der Standfestigkeit der Bestände dieses Jahr sicherlich angebracht.

Raps - Strategie gegen Rapsglanzkäfer

Normalerweise sind ein bis zwei Spritzbehandlungen gegen den Rapsglanzkäfer erforderlich. Bei der Mittelwahl ist dabei zu berücksichtigen, dass die Produkte nur einmal pro Saison angewendet werden dürfen. Das heisst, es sind zwei verschiedene Mittel zu wählen, deren Wirkstoffe unterschiedlichen Wirkungsgruppen angehören sollten.

Die erste Behandlung kann mit 0,15 kg/ha Plenum WG erfolgen, und zwar im Knospenstadium vor der Blüte sobald die Blütenknospen die obersten Blätter überragen. Bei erneutem starkem Auftreten der Glanzkäfer empfiehlt es sich für die zweite Behandlung 0.15 kg/ha Oryx Pro anzuwenden. Für beide Produkte gilt als spätesten Einsatztermin Stadium 59 des Rapses, das heisst es sind noch keine gelben Blütenblätter zu sehen. Die Spritzfolge kann auch geändert werden. 

Das Produkt Pyrinex, welches ebenfalls zur Rapsglanzkäferbehandlung eingesetzt werden kann, darf in diesem Jahr nochmals eingesetzt werden. Dieses und andere Chlorpyriphos-haltige Mittel, sind von den Behörden verboten worden und dürfen nur noch bis am 30. Juni 2020 ausgebracht werden.