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Kartoffeln - Alternaria im Auge behalten

Feldbau
10.06.2020
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In den Sommermonaten steigt auch das Risiko für einen Alternaria-Befall (Dürrfleckenkrankheit) in Kartoffeln. Diese Pilzkrankheit tritt lokal sehr unterschiedlich stark auf. Die Anfälligkeit der verschiedenen Sorten auf Alternaria ist ebenfalls sehr unterschiedlich.

In Mitteleuropa findet man in Kartoffeln zwei Alternaria-Arten: Alternaria alternata und Alternaria solani. Eine sichere Unterscheidung der Arten ist anhand von Symptomen im Feld nicht möglich. Alternaria alternata tritt in der Vegetationsperiode meist früher auf als Alternaria solani. Beide Arten werden an Kartoffeln mit Befalls-Symptomen nachgewiesen, wobei A. solani der relevantere Erreger ist und deutlich größere Schäden verursacht als A. alternata. Somit gelten Erkenntnissen zur Wirkung von Fungiziden sowie möglicher Resistenzsituationen zu A. solani besondere Aufmerksamkeit.

Alternaria spp. haben eine sogenannte fakultativ biotrophe Lebensweise und können ohne Wirtspflanze über längere Zeiträume im Boden und/oder an Pflanzenresten überdauern. Ausgangspunkt der Infektionen sind Sporen, die im Boden an Pflanzenmaterial gebildet und mit dem Wind in die Kartoffelbestände getragen werden. Für Alternaria-Infektionen ist Feuchtigkeit erforderlich, Tau reicht bereits aus. Stress wie hohe Sommertemperaturen, ständige Feuchte wie Tau, Regenschauern und Bewässerung sowie eine unzureichende Nährstoffversorgung erhöhen das Infektionsrisiko.

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Fungizide mit Alternaria-Wirkung richtig einsetzen

Zu beachten ist, dass Strobilurine (QoI’s) und Carboxamide (SDHI’s) nur an einer Stelle im Pilzstoffwechsel angreifen („single-site-inhibitors“) und daher als (mittel bis) hoch resistenzgefährdet eingestuft werden. In absehbarer Zukunft werden keine neuen Fungizide mit anderen Wirkungsmechanismen zur Verfügung stehen.

Im Labor konnten bei Isolaten von A. alternata und A. solani spezifische Mutationen nachgewiesen werden, die zu einer Verminderung der Empfindlichkeit gegenüber Strobilurinen und Carboxamiden führen können. Die Häufigkeit der Mutationen sowie der Anteil der weniger sensitiven Isolate in den Populationen waren über beide Alternaria-Arten und beide Wirkstoffgruppen sehr unterschiedlich. Allerdings sind Erkenntnisse aus dem Labor oder Gewächshaus nicht zwingend auf das Freiland übertragbar.

So zeigen Strobilurin-haltige Fungizide (Amistar) in der Schweiz bislang in der Breite eine gute Wirkung gegen Alternaria. Triazole sind gegenüber Alternaria deutlich weniger resistenzgefährdet als Strobilurine bzw. Carboaxmide. So wird der Wirkstoff Difenoconazol (Slick, in Revus Top) in vielen Kulturen seit langem gegen Alternaria-Arten angewendet, ohne dass es zu einer Minderung der Sensitivität gekommen wäre. Im Rahmen eines Resistenzmonitorings von Syngenta (Deutschland) konnte bei mehr als 250 Alternaria-Proben aus ganz Europa auch 2018 nachgewiesen werden, dass Alternaria alternata und Alternaria solani weiterhin sensitiv gegenüber Difenoconazol sind.