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Situation Bewilligungen

Neuheiten
16.08.2019
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Aktuelle Bewilligungssituation bei Bravo 500 (Chlorothalonil) und Pyrinex (Chlorpyrifos)

In den letzten Wochen ist in den Schweizer Medien vermehrt über den Wirkstoff Chlorothalonil berichtet worden. Dieser ist unter anderen im Fungizid Bravo 500 enthalten, welches seit den Siebzigerjahren hauptsächlich in Getreide und Spezialkulturen eingesetzt wird. Die Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln werden nach dem Versprühen im Boden von zahlreichen Mikroorganismen abgebaut. Während diesem biologischen Prozess entstehen Zwischenprodukte, sogenannte Metaboliten, die andere chemische Eigenschaften besitzen können als ihre Ausgangsstoffe. Chlorothalonil als Wirkstoff ist im Wasser kaum nachweisbar, da der Abbauprozess sehr schnell beginnt.

Zu Beginn dieses Jahres hat nun die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) erstmals darauf hingewiesen, dass für einige Abbauprodukte von Chlorothalonil möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung bestehen könnte. Aufgrund dieser Neubeurteilung hat die EU den Wirkstoff Chlorothalonil nicht mehr erneuert. Alle Pflanzenschutzmittel, die Chlorothalonil enthalten dürfen in der EU bis Ende November 2019 noch verkauft und bis Ende Mai 2020 noch angewendet werden. Die zuständigen Bundesämter in der Schweiz überprüfen den Wirkstoff Chlorothalonil und seine Metaboliten zurzeit. Eine Entscheidung darüber soll diesen Herbst fallen. Dieser Entscheid wird klarstellen, ob es wie üblich eine einjährige Ausverkaufsfrist und eine zweijährige Verwendungsfrist geben wird, oder ob Bravo 500, und andere Chlorothalonil-haltige Produkte, unverzüglich aus dem Markt genommen werden müssen. Auch für den Anwender ist es noch ungewiss, ob er in der nächsten Saison die Produkte überhaupt noch spritzen darf. Bis eine konkrete Entscheidung offiziell erlassen ist, können die Produkte weiterhin verkauft und angewendet werden.

Beim Insektizid Pyrinex, welches in zahlreichen Kulturen eingesetzt wird und dessen Wirkung je nach Anwendung kaum mit anderen Insektiziden ersetzt werden kann, ist die Situation momentan die folgende: Die Bewilligungen aller Produkte mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl haben die Zulassung per Ende Mai 2019 verloren. Das heisst, eigentlich sind sowohl der Verkauf als auch die Anwendung beim Bauern ab diesem Zeitpunkt verboten. Gemäss Pflanzenschutzmittelverordnung sind beim Entzug einer Bewilligung vordefinierte Ausverkaufsfristen für den Handel und Aufbrauchfristen für die Anwender vorgesehen. Da der Bewilligungsentzug durch das BLW in diesem Fall ohne entsprechende Fristen erfolgte, haben die Firmen (Bewilligungsinhaber) Ende Juni ein Rekurs eingereicht. Zusätzlich hat das BLW verfügt, dass alle Produkte mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl ab 1. August 2019 nicht mehr angewendet werden dürfen ! Auch gegen diesen Entscheid haben die betroffenen Firmen Rekurs eingereicht.

Gemäss Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 21. August 2019 ist den Verfügungen des BLW betreffend Verkaufsverbot bzw. Anwendungsverbot von Pyrinex (W-5192) die aufschiebende Wirkung bis zum Schlussurteil zugestanden worden.

Das heisst, Pyrinex von Syngenta kann ab sofort bis auf weiteres wieder verkauft und angewendet werden.