Aktuelles Hybridgerste

Gelbverzwergungsvirus in der Schweiz

 

Schweizer Situation des Gelbverzwergungsvirus mit Beispielen 

In der Schweiz tritt das Gelbverzwergungsvirus hauptsächlich in der Westschweiz und entlang des Rheins immer wieder auf, wobei kein genaueres Monitoring stattfindet. Bisher wird einem potentiellem Befall vor allem mit einer späteren Aussaat begegnet. Durch die spätere Aussaat wird die Wahrscheinlichkeit von einer starken Aktivität von Blattläusen vermindert, welche das Virus übertragen. Diese Methode funktioniert jedoch nicht immer und überall. Bleibt es im Herbst lange warm, sind die Blattläuse entsprechend aktiv. Dies war in der Schweiz zum Beispiel im Herbst 2023 der Fall. Im Folgejahr wurde entsprechender Befall mit dem BYDV vielerorts festgestellt – auch in Gebieten wo er sonst weniger auftritt. Auch auf der Syngenta Versuchstation im aargauischen Stein war der Gelbverzwergungsvirus in den Jahren davor nie zu finden. Eine frühere Aussaat von Exaktversuch mit verschiedenen Gerstensorten sah im Herbst 2023 noch sehr gut aus, ebenso anfangs Vegetationsstart:

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Foto : Syngenta Forschung & Entwicklung Schweiz 29.11.2023

Erst Ende Bestockung, anfangs Schossen zeigten sich die Symptome des Gelbverzwergugnsvirus und dies in massivem Ausmass. Eine Bonitur des Befalls ergab, dass auf jeder Kleinparzelle 20 bis 70 % der Pflanzen. befallen waren und der Versuch schliesslich verworfen werden musste. 

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Foto : Syngenta Forschung & Entwicklung Schweiz 04.04.2024

 

Aktueller Schweizer Feldversuch bestätigt die Resistenz gegen den Gelbverzwergungsvirus von SY Zoomba 

Die einzigartige Resistenz von Hyvido Neo Sorten gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus (BYDV) wird aktuell auch im aargauischen Stein in einem Streifenversuch getestet. Hierzu wurden fünf verschiedene Gerstensorten in Streifen ausgesät, möglichst früh am 18.09.2024. Es wurde mit SY Zoomba eine Hybridgerste mit einer BYDV Resistenz gesät, eine Vergleichssorte mit einer BYDV Toleranz sowie drei weitere Vergleichssorten (Hybriden und Linien) ohne jeglich BYDV Resistenz oder Toleranz. Bei der Bestockung im Frühjahr zeigten sich erste Anzeichen vom Gelbverzwergungsvirus, konnten aber erst später beim Schossen zweifelsfrei als die typischen Befallsnester erkannt werden. Das Foto aus der Vogelperspektive zeigt die typischen Befallsnester bei den anfälligen Gerstensorten, nicht je doch bei der resistenten SY Zoomba und auch nicht bei der toleranten Vergleichssorte.

Hyvido Versuchsfeld Stein

Foto : Syngenta Forschung & Entwicklung Schweiz 23.04.2025

 

Syngenta Forschung und Entwicklung

Foto : Syngenta Forschung & Entwicklung Schweiz 16.04.2025

Es wurden im Frühjahr von jeder Sorte Blattproben im Feld entnommen. Diese wurden in einem spezialisierten Labor auf die Viruslast untersucht. SY Zoomba war die einzige Sorte gänzlich ohne Virusbefall. Dies unterstreicht die einzigartige Resistenz von SY Zoomba auch im Feldversuch. Es zeigt sich zudem die Bestätigung, dass eine Weitervermehrung vom Virus in der Pflanze nicht stattfindet.

 

Gelbverzwergungsvirus

Foto : Syngenta Forschung & Entwicklung Schweiz 2025

Am 24.06.2025 wurde der Versuch gedroschen und ausgewertet, bei bereits tiefer Kornfeuchte von durchschnittlich 11.2 %. Insgesamt waren die Erträge eher tief. Dies ist dem bewusst gewählten Standort zwischen Hecken geschuldet, aber auch einem Hagelereigniss, welches in der Kornfüllungsphase stattgefunden hatte. Dieses hat zwar keine ganzen Ähren abgerissen, aber einzelne Körner dezimiert - wir schätzen dass etwa 15-20 % Minderertrag dadurch resultierte. Sortenunterschiede durch das Hagelereignis, beispielsweise durch eine andere Ährenstellung, konnten nicht festgestellt werden. Die Ertragsunterschiede zwischen den Sorten waren jedoch deutlich grösser als wir erwartet hatten wie folgende Grafik zeigt:

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Die Sorte SY Zoomba, mit ihrer Resistenz gegen den Gelbverzwergungsvirus, hat hier klar den höchsten Ertrag gebracht. Im Vergleich zu den Sorten ohne jegliche Resistenz oder Toleranz waren es im Schnitt 19 % Mehrertrag. Aber auch gegenüber der toleranten Sorte, bei welcher keine Symptome ersichtlich waren, waren es immer noch 11 % Mehrertrag. 

Abschliessend kann festgehalten werden, dass in diesem Versuch aufgezeigt werden konnte, dass bei der Gelbverzwergungsvirus resistenten Sorte SY Zoomba keinen Virus gefunden wurde im Gegensatz zu toleranten oder anfälligen Sorten. Vor allem aber hatte im Gegensatz zu den anderen Sorten kein Ertragsabfall stattgefunden, was wir auf die eingekreuzte und einzigartige Resistenz (RYD4) in der Sorte SY Zoomba zurück führen.

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