Naturpositive Agrarsysteme: Win-win für Landwirtschaft und Biodiversität

Syngenta News
naPA

Wie kann eine Landwirtschaft aussehen, welche die Lebensgrundlage der landwirtschaftlichen Betriebe erhält und bezahlbare Lebensmittel produziert, aber dabei dem Schutz der Biodiversität gerecht wird? Nutzungs- und Schutzinteressen zusammenzubringen ist das Ziel des Projektes „Naturpositive Agrarsysteme“ (NaPA), in dem sich auch Syngenta engagiert.  

Eine vielfältige Topographie, kleinräumige Landwirtschaftsstrukturen und finanzielle Förderung für das Anlegen von Biodiversitätsflächen:  Eigentlich hat die Schweiz die besten Voraussetzungen, wenn es um biologische Vielfalt geht. Die tatsächliche Situation ist aber trotzdem nicht zufriedenstellend. Nach einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) sind die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten bedroht. Der Rückgang der Artenvielfalt ist auch für die Landwirtschaft ein Grund zur Sorge: Landwirt:innen sind auf eine Vielzahl von Organismen angewiesen, die für gesunde Pflanzen und Böden und damit für gute Erträge sorgen, so etwa bestäubende Insekten und Mikroorganismen im Boden. 

Um gezielte Massnahmen zum Schutz der Artenvielfalt treffen zu können, reicht das Anlegen von Biodiversitätsflächen allein nicht aus. Es braucht mehr Wissen und Daten dazu, welchen qualitativen und quantitativen Mehrwert die Artenvielfalt in den verschiedenen Lebensräumen einschliesslich Ackerflächen tatsächlich bringt. Der Zustand der Biodiversität muss deshalb mit Monitoringprogrammen überwacht werden. Syngenta engagiert sich hier im Bereich Landwirtschaft: Gemeinsam mit konventionell und nach Bio-Richtlinien wirtschaftenden Landwirten in der Schweiz, Deutschland und Österreich untersuchen wir über einen Zeitraum von drei Jahren im NaPA Biodiversitätsmonitoring Agrarflächen mit und ohne Blühstreifen an insgesamt 19 Standorten.  

Im Mittelpunkt steht dabei das ganzjährige Monitoring von Kleinlebewesen wie Insekten, Spinnen und Milben, aber auch von Vögeln, und die Erfassung von Bodenparametern. Um unabhängige, aussagekräftige Daten zu gewinnen, wird das Projekt wissenschaftlich vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels begleitet.  

 

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Das NaPa-Projekt: Wissenschaft trifft Landwirtschaft
NaPA steht für Naturpositive Agrarsysteme. Mehr erfahren Sie in diesem Video.

 

«Die Untersuchungen auf Ackerflächen, auf denen Getreide, Mais, Raps oder Hülsenfrüchte angebaut werden, tragen mit dazu bei, die optimale Balance zu finden zwischen produktiver Landwirtschaft und Massnahmen zur Förderung der Biodiversität», sagt Projektleiter Sebastian Funk. «Über die Erfassung und Auswertung von Daten hinaus ermöglicht es uns NaPA aber auch, neue Technologien und Analysemethoden zu testen, mit dem Ziel, die Artenvielfalt und Bodengesundheit auch in der Schweiz zu verbessern.» 

 

Massgeschneiderte Protokolle zum Nutzen von Landwirtschaft und Natur  

Das NaPA Biodiversitätsmonitoring ist Teil des grösseren LivinGro® Projekts, das Syngenta in Zusammenarbeit mit externen Forschungsinstituten durchführt. Im Zeitraum von 2021 - 2025 bewirtschaften Landwirte in mehreren Ländern Europas und Lateinamerikas ihre ein- und mehrjährigen Kulturen sowie Fruchtfolgen unter Berücksichtigung der massgeschneiderten agronomischen Protokolle und Methoden von LivinGro®, die neueste wissenschaftsbasierte landwirtschaftliche Praktiken integrieren. Dabei wird von unabhängigen Experten ganzheitlich die Biodiversität und Bodengesundheit an den Standorten analysiert, unter Berücksichtigung von Kenngrössen wie der Anzahl an erosionsverhindernden Deckfrüchten, wirbellosen Bodenlebewesen und bestäubenden Insekten. 

 

Blühstreifen
Blühstreifen auf einer Kirschplantage in Chile

 

Blühstreifen als Hingucker und Lückenfüller 

Das Anlegen von Blühstreifen auf landwirtschaftlich genutzen Flächen ist ein wichtiges Element von LivinGro und für die Förderung der Biodiversität allgemein. In der Schweiz füllen diese auch Nützlingsstreifen genannten Areale gezielt die Nahrungslücke zwischen den vor dem Juni blühenden Wiesen und Kulturen (Raps, Obst) sowie nach dem August blühenden Kulturen. Sie werden mit einheimischen Wildblumen und Kulturpflanzen angesät, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: Sonnenblume, Klatschmohn oder Kornblume sind nicht nur für Bestäuber attraktiv und bieten Nützlingen Unterschlupf, sie bringen auch Farbe in die Landschaft!  

 

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Blühstreifen in der Schweiz