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Maisexperten im Interview

Aktuelles Mais
09.12.2016
Christoph Mainka
Dr. Christoph Mainka, Maiszüchter
von Syngenta Nordwesteuropa
Friedbert Horstmann
Friedbert Horstmann, Technischer Maissortenexperte
von Syngenta Zentraleuropa

Herr Mainka, Herr Horstmann, welches ist die beste Maissorte?

M: Das kommt auf die Anforderungen beim Landwirt an. Grundsätzlich sollte eine Sorte gesund, ertragreich, standfest sein, aber als Silo- oder Biogasmeis auch eine sehr gute Zellwandverdaulichkeit mitbringen und optimalen Energiegehalt liefern.

H: Die Kriterien sind im Mais so breit gefächert. Es gibt daher lediglich die beste Sorte für einen Standort und eine Nutzungsrichtung.  Je nach Anforderungen stehen eher die agronomischen Eigenschaften im Vordergrund oder Qualitätsaspekte. Die ideale Sorte wird dem allem zur Genüge gerecht und  ist auch ertragsstabil.

Bisher hörte man von Syngenta v.a. viel über Powercell Sorten, also Sorten mit einer guten Restpflanzenverdaulichkeit – nun kommt Syngenta plötzlich mit dem Fokus Doppelnutzer und Körnermais?

H: Die Anforderungen an eine Maissorte sind je nach Region in Europa verschieden. Viele Gebiete brauchen einfach nur Körnermais, andere Biogasmais mit möglichst hoher Biomasse. Die Qualitätsaspekte von Silomais finden vor allem in Nord- und Zentraleuropa im Vordergrund. Unter Qualität verstehen wir einersetis hoher Energiegehalt, aber auch eine gute Verdaulichkeit der Zellwände bzw. der Mais- Restpflanze. Je nach Fütterungsplan steht das eine oder andere mehr im Vordergrund. In gewissen Regionen Frankreichs ist  beispielsweise ein Maisanteil von mehr als 60 % Standard, eine Sorte mit eher tieferem Stärkegehalt jedoch sehr guter Zellwandverdaulichkeit ist hier sehr wichtig. Ein zu hoher Stärkegehalt erhöht hier das Risiko eine Pansenazidose. In einem Grasland wie der Schweiz arbeiten viele Betriebe mit einem Maisanteil von rund 35 %, hier ist mehr Stärkegehalt wichtig. Mit unseren Doppelnutzern und Körnermaissorten haben wir einen deutlich erhöhten Stärkegehalt und kompletieren unser Sortenportfolio nun auch für die Schweiz. 

M: Wie bereits erwähnt sind die Kriterien für eine Sorte breit. Die verschiedenen Züchterhäuser setzten hierbei ihren Fokus z.T etwas anders. Bei Syngenta in Europa spielt die Zellwandverdaulichkeit nach wie vor eine wichtige Rolle in der Züchtung. Wir haben hier eine Erfahrung von fast 30 Jahren inklusive mehreren Fütterungstests. Um je nach Anforderung auch einem höheren Stärkeanteil gerecht zu werden, züchten und testen wir vermehrt auch Körnermais und Doppelnutzer.

Für die Schweiz hätten wir gerne eine Sorte mit Spitzen Ertrag, einem hohem Stärkeanteil, sehr guter Zellwandverdaulichkeit und selbstverständlich optimalen agronomischen Eigenschaften. Wann kommt diese Sorte?

M: Das ist etwas die Frage Generalist oder Spezialist. Jemand der alles gut kann, ist eben kein Spezialist der etwas spitze kann. Punkto Trockensubstanz- und Stärkeeertrag ist SY Amboss der Spezialist. Bei der Zellwandverdaulichkeit ist es SY Pracht, ein enormer Energiegehalt bringt SY Telias mit sich. Eine Sorte die jedoch alles in sich vereint und ein sehr guter Kompromiss darstellt ist SY Talisman, hier sind wir der gewünschten Sorte sehr nahe gekommen. Die Sorte ist ein Generalist; ertragstabil, Doppelnutzer, äusserst blattgesund und ertragreich.

Herr Mainka, welches sind ihre besten Sorten welche sie bisher gezüchtet haben?

M: In meiner frühen Karriere als Züchter war Oldham ein grosser Erfolg. In der Schweiz dürfte noch die Sorte SY Magister bekannt sein. In jüngerer Zeit war in der Schweiz NK Cooler ein Erfolg aus meinem Zuchtgarten. Aktuell ist mit SY Talisman ein sehr gutes Produkt geboren, sowohl für  Zentraleuropa als auch für Anbaugebiete im Osten.

H: In Deutschland wurde SY Talisman letztes Jahr eingeführt. Es war eine der besten Einführungen einer Syngenta Maissorte überhaupt.

Herr Horstmann, welche Sorten empfehlen sie für die Anbausaison 2017 für die Schweiz

H: SY Talisman ist sicherlich sehr ineressant für die meisten Äcker und Nutzungsrichtungen in der Schweiz, aber auch SY Amboss ist ein etableirter Wert im Silomais, v.a. wenn der Trockensubstazertrag im Vordergrund steht. Eine weitere spannende Sorte für eher bessere Maisstandorte ist zudem der Doppelnutzer SY Telias, von dem wir die offizielle Listung 2017 erwarten.