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«Wir agieren als intelligente Einkäufer von Lagerkapazitäten.»

Unsere Verantwortung
15.01.2017
Phil Todd we care

Wie haben sich die Sicherheitsstandards in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in den letzten Jahren verändert?

«Wir agieren als intelligente Einkäufer von Lagerkapazitäten.» Phil Todd ist bei Syngenta in Basel für HSE und Logistik zuständig.

In der chemisch-pharmazeutischen Industrie hat sich in puncto Sicherheit und Umweltschutz viel getan. Unser Branchenverband scienceindustries hat eine Broschüre über Sicherheit und Umweltschutz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie herausgegeben und zeigt darin, wie die diesbezüglichen Grundsätze des Verbandes umgesetzt werden. Darin enthalten sind auch Interviews mit Syngenta-Mitarbeitenden, die erklären, was das Unternehmen für die Sicherheit von Mensch und Umwelt im Bereich Produktion und Lagerung tut.

Lesen Sie im Folgenden den Artikel aus der „We Care“-Broschüre von scienceindustries mit Phil Todd, Zuständiger für HSE und Logistik bei Syngenta in Basel.

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In Kaisten produziert Syngenta eine wichtige Pflanzenschutzkomponente. Die Produktion des Zwischenproduktes ist hoch komplex und hoch automatisiert. Nach der Veredelung in einem weiteren Betrieb wird das Produkt weltweit vertrieben. Die Produktion in Kaisten muss somit den globalen Bedarf decken. Dazu arbeiten 50 Mitarbeitende im 3-Schicht-Betrieb. Von allen Syngenta-Werken weist Kaisten die höchste Pro-Kopf-Produktion auf.

Phil Todd ist bei Syngenta in Basel im HSE-Departement (Health, Safety and Environment) tätig und für Transportsicherheit weltweit zuständig. Aus heutiger Sicht war für ihn der Lagerbrand in Schweizerhalle vor 30 Jahren ein «Wake-up-Call» für die Industrie. Da fragt sich, was ist heute «State-of-the-Art» im Bereich der Lagerung von chemischen Stoffen.

Zunächst sagt Todd, es habe sich in den letzten 30 Jahren im Bereich der Lager vieles verändert. Der Trend geht in Richtung Outsourcing. Die meisten grossen chemischen Unternehmen haben ihre Lager fast vollständig ausgelagert. Wurde damit einfach das Risiko delegiert? «Nein», sagt Todd. «Wir agieren als verantwortungsvolle Einkäufer und setzen die hohen Standards bei den Anbietern von Lagerkapazitäten. Wir schreiben ihnen zwar nicht ins letzte Detail vor, was sie genau tun müssen; wollen aber überzeugende Konzepte zur sicheren Lagerung von gefährlichen Stoffen sehen. Auch machen wir wiederholte Inspektionen in den Lagern und beurteilen, ob unsere Bedingungen von den Anbietern sauber umgesetzt sind. Die Anforderungen sind hoch. Insbesondere bei komplexen Lageraufgaben.

Wie konnte es zu dem Unglück damals kommen?

Je nach Situation und Risikobeurteilung kommt das ganze heutige Arsenal von Sicherheitselementen für die Lagerung chemischer Stoffe zum Einsatz: von den Feuermeldern bis zu sauerstoffreduzierten Lagern für brennbare Chemikalien. Was es konkret braucht, ist ein Expertenentscheid und basiert auf einer professionellen Risikoanalyse». Trotz aller technischen Entwicklungen: Den grossen Wandel sieht Todd im Management. Einem weichen Faktor. Auch für die Lager gilt, was die Sicherheit in der chemischen Industrie allgemein ganz wesentlich bestimmt: das Management-of-Change. Die Unternehmen müssen eine Kultur leben, in der auch kleine Veränderungen mit grösster Sorgfalt begleitet werden. Die Lagerhalle in Schweizerhalle sei gar nicht für die Lagerung von gefährlichen Gütern konzipiert worden. Erst als bei einer Restrukturierung ein Platzbedarf entstand, wurde die Halle für Chemikalien genutzt und bei der Umnutzung hat das Management diesen «Change» zu wenig intensiv begleitet.