PTNAI Münchwilen
Unsere Kernkompetenz in der PTNAI-Abteilung ist die Skalierung von Prozessen aus der Forschung bis zur Produktion. Die chemische Prozessentwicklung beginnt, sobald neue chemische Verbindungen mit vielversprechenden biologischen Wirkungen in Laboren und Gewächshäusern identifiziert wurden. Am Standort Münchwilen stellen wir neue Wirkstoffe erstmals in grösseren Mengen von mehreren hundert Kilogramm her. Diese Menge wird verwendet, um die Entwicklung der formulierten Endprodukte zu unterstützen und im Bereich Pflanzenschutz umfangreiche Studien zur Umweltverträglichkeit, zum biologischen Verhalten und zu potenziellen toxikologischen Eigenschaften durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Studien sind für die behördliche Zulassung und Markteinführung der Produkte von entscheidender Bedeutung.
Chemie- und Verfahrenstechnik
Die Übertragung eines chemischen Prozesses vom Labor in die Pilotanlage und dann in die chemische Produktion ist stets eine Herausforderung für ein Team gut ausgebildeter Mitarbeiter. Bei der Entwicklung eines kostengünstigen, robusten Produktionsprozesses arbeiten mehrere Gruppen innerhalb der Prozessentwicklung eng zusammen; das chemische Prozessteam im Labor wird durch eine Gruppe von Ingenieuren und eine Prozesswissenschaftsgruppe ergänzt. Die Gruppe der Verfahrenstechniker bestimmt und optimiert die Parameter von Destillationen, Filtrationen oder kontinuierlichen Reaktionen und testet spezielle Ausrüstungen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der chemischen Prozessentwicklung werden Konzepte zur Rückgewinnung von Energie und Rohstoffen entwickelt, die zur Reduzierung von Abfällen beitragen. Die Wirkstoffprozesse für alle Pflanzenschutzprodukte von Syngenta weltweit werden in Münchwilen entwickelt.
ESA Engineering Fähigkeiten
Die Umweltverträglichkeitsprüfung (Environmental Sustainability Assessment, ESA) ist ein wichtiger Bestandteil der Umweltverantwortung von Syngenta. Mit Hilfe von Life Cycle Assessment (LCA) quantifizieren wir die Umweltauswirkungen unserer Prozesse und unseres Portfolios. Es gibt viele Kategorien von Umweltauswirkungen, aber unser erster Schwerpunkt ist der Klimawandel. LCA unterstützt uns bei der Messung von Treibhausgasemissionen und ermöglicht es uns, Reduktionsziele für unsere bestehenden Prozesse und unser Portfolio in Übereinstimmung mit globalen Initiativen wie dem Pariser Abkommen festzulegen. LCA wird auch innerhalb von Syngenta eingesetzt, um umweltfreundlichere Prozesse zu entwickeln. Obwohl der Schwerpunkt derzeit auf dem Klimawandel liegt, bietet die LCA-Methodik eine Grundlage für die Bewertung anderer Umweltauswirkungskategorien in der Zukunft.
Prozesstechnologie - Bench Lab
Unser PTNAI-Bench-Lab ist eine wertvolle Ressource für die Skalierung von Prozessen in Münchwilen. Mit Reaktoren im Massstab von 20 bis 50 l und verkleinerten Versionen von Pilotgeräten für Destillation, Filtration und Trocknung können spezifische Fragen oder Risiken im Zusammenhang mit der Skalierung untersucht und bewertet werden. Diese Einrichtung bietet auch Raum für die Erprobung neuer Technologien, wie z. B. der Photochemie, und kontinuierlicher Optionen in einem repräsentativen Maßstab mit höherer Flexibilität und geringerem Materialbedarf. Die Hauptaufgaben des Bench Labs sind daher Scale-up-/Down-Studien, fünf typische Batch-Kampagnen und die Erprobung von Prozessvarianten und neuen Technologien.
Verfahrenstechnik - Labor
Unsere Arbeit in der Abteilung chemische Verfahrensentwicklung beginnt, nachdem Forschungschemiker und -biologen in Laboren und Gewächshäusern einen neuen chemischen Wirkstoff mit vielversprechenden biologischen Wirkungen identifiziert haben. Um grössere Mengen in der Pilotanlage herzustellen, müssen wir im Labor eine Vielzahl von Informationen zu Sicherheit, Kosteneffizienz, Skalierbarkeit, Abfallströmen und der Art der Technologie, die im grossen Massstab eingesetzt werden soll, generieren. Wir stehen in engem Kontakt mit anderen Abteilungen wie Analytik, Formulierung, Zulassungsfragen und vielen anderen, da dies von grosser Bedeutung ist, um alle Anforderungen bestmöglich zu erfüllen.
Verfahrenstechnik - Pilotanlage
Die Synthese-Pilotanlage dient als wichtiges Bindeglied zwischen der technischen Prozessentwicklung und der Einführung neuer Entwicklungsprodukte in die grosstechnischen Produktionsumgebungen an unseren weltweiten Produktionsstandorten. Dieser kritische Schritt im Produktlebenszyklus wird durch die Erprobung („Pilotierung“) neuer Syntheseprozesse sowohl mit etablierten als auch mit neuen Technologien ermöglicht. Die Synthese-Pilotanlage mit ihrer breiten Palette an sofort verfügbaren und modularen Ausrüstungen bis zum 4000-Liter-Massstab überträgt somit Prozesse im Labormassstab auf einen miniaturisierten Produktionsmassstab und setzt den Weg der Prozessentwicklung und -optimierung fort. In diesem Zusammenhang werden auch die ersten grossen Mengen neuer Entwicklungsprodukte bereitgestellt, die für die weitere Produktentwicklung unerlässlich sind. Folglich bringen wir in der Pilotanlage durchschnittlich alle sechs Wochen ein innovatives Produkt in einem bisher unerreichten Massstab zur Erstproduktion.