Aktuelles Weinbau

Rebschutz aktuell – jetzt muss der Pflanzenschutz passen

 

Nach einer eher kühleren Woche, teils bewölkt, teils mit regionalen, aber wichtigen Niederschlägen, klettern die Temperaturen langsam in die Höhe. Fast überall sind zwischen dem 5. und 8. Mai mittlere bis starke Infektionen beim Falschen Mehltau aufgetreten. Nach dem sonnigen Wochenende  wird auch in der kommenden Woche der Infektionsdruck in einigen Regionen wieder zunehmen. Auch für den Echten Mehltau ist ein mittleres Infektionsrisiko prognostiziert. Achten Sie daher sehr intensiv auf die regionalen Wetterbedingungen und Prognosemodelle. 

Aufgrund der aktuellen Wettersituation in Kombination mit dem raschen Wachstum muss jetzt auf das Vorhandensein eines durchgehenden Spritzbelags geachtet werden. Kürzere Abstände sind meist notwendig. Da der Krankheitsdruck zu Beginn der Vorblüte sehr hoch ist und eine falsche Anwendung in dieser Zeit massive Auswirkungen hat, sind die Applikationen ab der Vorblüte bis zu den Nachblütespritzungen die wichtigsten Behandlungen. In dieser Phase sollten nur die wirksamsten Fungizide eingesetzt werden, damit die Rebe gesund bleibt und keine Traubenausfälle zu befürchten sind. 

Syngenta Weinbau

 

Werfen Sie einen Blick auf unsere neue Weinbauseite, auf der das Krankheitsauftreten während der Entwicklung abgebildet ist.


 

 

 

Fungizide gegen Falschen Mehltau sind in ihrer Wirksamkeit unterschiedlich, worauf muss man achten:



Bevor das Fungizid ausgewählt wird, muss auf ein gutes Resistenzmanagement geachtet werden. Das heisst es müssen Produkte mit unterschiedlicher Wirkungsweise (unterschiedlichen FRAC-Codes) eingesetzt werden. Produkte, die eine vollsystemische Eigenschaft aufweisen, können den Neuzuwachs von innen schützen. Ridomil Vino beinhaltet Metalaxyl-M (FRAC Gruppe 4), ein Wirkstoff, der sehr schnell in die Pflanze eindringt, mit dem Saftstrom von unten nach oben verteilt wird und so die Pflanze inklusive Neuzuwachs schützt. Im Produkt Pergado befindet sich der teil-systemische Wirkstoff Mandipropamid (FRAC Gruppe 40). Dieser wird sehr schnell in der Wachsschicht eingelagert, dringt in das Blattgewebe ein und wird im Blattinneren translaminar verteilt. Das heisst, auch wenn das Blatt nur an der Oberseite benetz wurde, erfolgt eine Verteilung auf die Blattunterseite. Auch Azoxystrobin (FRAC Gruppe 11) in Quadris Max hat systemische und translaminare Eigenschaften. Die genannten Produkte beinhalten zur Wirkungs- und Resistenzabsicherung auch den Mulit-Site Wirkstoff Folpet (FRAC Gruppe M04), ein Kontaktwirkstoff, der die Pflanzenoberfläche sehr gut vor neuen Infektionen schützt. Auch der Zusatz von Phosphonaten (FRAC Gruppe P07), z.B. in Quartet Lux, weist systemische Eigenschaften auf und kann dazu beitragen einen längeren Schutz zu gewährleisten. 
Mit systemischen und teilsystemischen Produkten hat man speziell während dem intensiven Laubwachstum einen besseren Schutz der kompletten Laubwand, inklusive der neuen Blätter. Dennoch sollte nach ca. 400 cm² Blattzuwachs eine erneute Applikation durchgeführt werden. Will man nur mit Kontaktwirkstoffen arbeiten, dann haben eine sehr gute Benetzung und ein extrem kurzers  Spritzintervall oberste Priorität.

Unsere Aussendienstmitarbeiter legen grossen Wert auf einen vielfältigen Spritzplan mit abgestimmten Produkten je Wachstumsphase. 
Fragen Sie Ihren zuständigen Verkaufsberater. 
Finden Sie hier unseren überregionalen Spritzplan.

 

Vorraussetzungen, die zum Erfolg führen:
 


•    Gute Benetzung --> alle Pflanzenteile müssen benetzt werden (Blattoberseite, Blattunterseite und die Trauben)
•    Bei sehr schnellem Wachstum, besonders um die Blütezeit, kürzere Spritzintervalle einhalten (das kann auch bei starken Produkten nur 7 Tage heissen)
•    Ausbringung der der empfohlenen Aufwandmenge – nicht unterdosieren
•    Einhaltung des Resistenzmanagements (=Wirkstoffwechsel!)

 

Falscher Mehltau:

Eine Infektion bedeutet, dass der Krankheitserreger in die Rebe eindringt. Diese ist mit dem blossen Auge nicht sichtbar. Erst nach der Inkubationszeit (Dauer temperaturabhängig) erscheinen die Ölflecken. Eine vorbeugende Bekämpfung ist daher unabdingbar!

Übrigens: Die Erstinfektion (über Oosporen) beginnt ab 10 mm Niederschlag und 10 °C. Für weitere Infektionen durch Zoosporen ist oft schon eine Taubildung ausreichend.


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